Das Buch der Sternenfängerin…
…die Sternenfängerin hat sich
einen lang gehegten Traum wahr gemacht. Durch die Möglichkeit des „Book on demand Service“ , sprich Buch auf Bestellung, habe ich jetzt ein eigenes Buch
veröffentlicht. Seit 1998 schreibe ich für meine Töchter die Geschichten um ein
Geschwisterpärchen auf. Angefangen als reine Unterhaltungsgeschichten um
Wartezeit beim Arzt zu überbrücken, wurden
die Handlungen immer komplexer und umfangreicher. Ich musste es
aufschreiben, um nicht alles durcheinander zu bringen. Und so entstand das
erste Buch.
Mittlerweile habe ich es
mehrmals überarbeitet und erst jetzt den Mut gefunden es zu veröffentlichen.
Meine Probeleser waren begeistert und ich hoffe ihr seid auch angetan von
meinen Ideen und der Handlung in diesem vierbändigen Roman für Kinder ab 10
Jahre.
Der
erste Band heißt „Das Zeichen“ und handelt von der
zehnjährigen Kaya. Sie scheint die letzte Rettung für
die Bewohner eines kleinen Städtchens zu sein. Jede Nacht reist das Mädchen mit
Hilfe eines magischen Steines in eine fremde, mittelalterlich anmutende Welt.
Dort lernt sie den Küchenjungen Mika kennen, der es sich in den Kopf gesetzt
hat, die Akademie zu besuchen. Ein schwieriges Unterfangen für jemanden, der
als Tollpatsch und Nichtsnutz verschrien ist. Doch bald bietet sich ihnen die
Gelegenheit. Mika sieht in einem magischen Spiegel einen Gefangenen. Von Kaya erfährt er, dass es sich um ihren älteren Bruder Tom
handelt. Mika plant, Tom zu befreien und sich so den nötigen Ruhm für die
Akademie zu verdienen. Doch diese gut geplante Rettungsaktion wird schon bald
zum gefährlichen Abenteuer.
Das Cover ziert eines unserer
traumhaften Gewänder, das Kleid Lamia, das von meiner
Tochter getragen wird…

Das Buch kann leider nicht mehr
über den Buchhandel bestellt werden, da der BOD Vertrag ausgelaufen ist. Einige
Exemplare habe ich aber noch auf Lager…
Preis: 14,90 Euro
Leseprobe Band 1…
„Es ist nicht mehr weit, nur noch ein kleines Stück.“ Mika zeigte nach oben. In schwindelerregender Höhe war ein Felsvorsprung zu sehen und endlos weiter Himmel. Kaya stöhnte.
Wie sie so dasaß, den Kopf trotzig nach vorne gereckt und die Augen nur zu kleinen Schlitzen verengt, wurde es ihm plötzlich schlagartig bewusst.
Er kannte sie bereits. Noch bevor sie überhaupt den Fuß auf Alcateras Boden gesetzt hatte, kannte er sie. Er hatte sie gesehen, in seinen Träumen. Sie war älter darin, ihre Kleider waren alt und zerschlissen gewesen und sie hatte sehr lange Haare gehabt. Überdeutlich konnte er sich daran erinnern. Der Turm, dieser glühende schreckliche Feuer speiende Turm war da gewesen. Und Sand. Unglaublich viel Sand. Und sie. Kaya war auch da. Er hatte sie an den Händen gehalten. Sie beide hatten Angst gehabt. Bis ans Ende der Welt, hatte er ihr zugeflüstert bevor….
Er schüttelte sich. Das Mädchen sah ihn jetzt merkwürdig an.
„Willst du es mir nicht sagen oder was ist los mit Dir?“
Mika war verwirrt. Er war mit seinen Gedanken so weit fort gewesen, dass er das hier und jetzt ganz vergessen hatte.
„Na diese Tairoks“, wiederholte sie langsam und sah ihn forschend an.
„Ach so, die!“
„Ja die.“
Kaya nahm noch einen Schluck Wasser bevor sie den Schlauch wieder sorgfältig verschloss und unter ihrem Umhang am Sattel befestigte.
Mika erzählte ihr von diesen Wesen. Gefangen im Norden, wo das Gräsermeer an den schwarzen Wald grenzte. Keiner ist je von dort zurückgekommen. Keiner , der den Wald betreten hatte, konnte von ihm berichten. Auch Mika wusste kaum etwas von jenseits der Nebelgrenze. Namen von Städten, Ländern, nichts viel ihm mehr ein. Aber diese Dinger, die kannte er noch. Seine Mutter hatte ihm davon erzählt. Sie, die auf einem Markt jenseits des Gräsermeeres vom Phelot gekauft wurde hatte ihren Kindern die Geschichten aus ihren Kindertagen erzählt. Mika konnte sich gut daran erinnern. Schreckliche Angst hatte er gehabt, als sie ihm von den Tairoks, den Menschenfängern erzählt hatte. Niemals alleine gehen, sonst holen dich die Menschenfänger, wie oft er den Satz schon gehört hatte.
Die Tairoks wurden von der Königin gehalten. Sie stellte sie in ihrer Armee in die vorderste Reihe. Das allein genügte, um so manchen kampferprobten Soldaten davonlaufen zu lassen.
Einige dieser Monster blieben zurück, als die Mauer errichtet wurde. Sie wurden eingesperrt, zusammen mit dem machthungrigen Magier, aber einigen Wenigen gelang es, zu flüchten. Sie treiben sich in der Wüste umher, nur selten kommen sie über die Berge und zu den Höfen. Nur, wenn der Hunger zu groß wird.
„Wenn der Hunger zu groß wird? Willst du mich jetzt auf den Arm nehmen?“
„Im Leben nicht, das würde ich nicht wagen!“
Mika war entrüstet.
„Diese Dinger laufen da herum, wo wir hinwollen und fressen Menschen. Du hast mir nicht gesagt, dass es so etwas überhaupt gibt.“
Kayas Stimme war laut und gereizt. Ein Spaziergang sollte das werden, hatte der Junge gesagt. Und jetzt kamen immer mehr gefährliche Dinge dazu.
„Es gibt doch kaum noch welche davon. Die meisten sind doch schon längst erlegt. Wir werden wahrscheinlich keinen von denen sehen.“
„Stimmt! Hatte ich ja vergessen.“
Sie stand jetzt direkt vor ihm und brüllte ihn an.
„Ist ja auch nur ein kleiner Spaziergang. Reinschleichen und wieder rausschleichen. Kinderspiel.“
Sie drehte sich wütend um. Stapfte zu ihrem Pferd und zog die Lederschlaufe für ihren Fuß zurecht.
„Bei den Göttern, warum bist du nur so schrecklich wütend. Ich bin doch da. Und außerdem habe ich noch ein paar Sachen dabei, die uns helfen werden.“
„Warum… warum muss man dir alles Bröckchenweise aus der Nase ziehen?“
„Kaya, bitte vertrau mir“, sachte hatte er seine Hand auf ihre Schulter gelegt. Ihr Körper war warm und sie zitterte.
„Wie kann ich dir vertrauen, wenn du mir nicht alles sagst, was wichtig ist? Ich hatte geglaubt du bist mein Freund.“
Er spürte, dass sie kurz davor war, zu weinen. Die Hitze, die Anstrengung, all die kleinen Herausforderungen forderten ihren Tribut.
„Kaya, bitte schau mich an.“
Langsam drehte sie sich um. Ein kurzes Schniefen war zu hören, aber ihre Augen waren trocken.
„Ich wollte dich nicht erschrecken. Ich hatte Angst, dass du dann nicht mit mir gehst. Alleine würde ich es wahrscheinlich nicht schaffen. Ich weiß nämlich nicht, ob die Bannmauer auch mich abhält. Es könnte sein, dass sie mich nicht durchlässt…“
„Verflucht, ich soll alleine in die Festung gehen, sag mal…“
„Lass mich doch bitte ausreden.“
Mikas Stimme klang verzweifelt und Kaya schwieg.
„Ich werde dir alles zeigen. Ich zeige dir, wie man die Schlafkugeln nutzt, wie man die Wegweiserkugel liest und wie du deinen Bruder von der verfluchten Kette befreist. Ich werde dir helfen, so gut ich kann. Und bedenke…“, er machte eine kurze Pause
„...ihr könnt hier nur vertrieben werden, nicht getötet. Selbst, wenn dir jemand den Kopf abschlagen sollte, wirst du in deiner Welt aufwachen und keinen Schaden genommen haben.“
Er sah Kayas entsetzen Ausdruck, die panisch geweiteten Augen. Vielleicht hätte er eine andere Art des Sterbens wählen sollen. Jetzt war es zu spät.
„Das ist alles, was zählt. Die Seele deines Bruders befreien. Ihr habt keine Körper hier, die man töten kann. Wir würden uns zwar nie mehr wieder sehen, aber dein Bruder wäre gerettet und Grindborg, nein ganz Geoda wäre gerettet. Und du unversehrt, das ist mir sehr wichtig.“
„Weißt du Mika…“, sie flüsterte und er musste sich vorbeugen, um sie überhaupt zu verstehen.
„…Ich habe das erste Mal schreckliche Angst.“
Impulsiv drückte er ihre Hände. Sie ließ es geschehen.
„Ich auch, aber ich weiß, dass wir es schaffen werden.“
Er zeigte ihr das Hemd Kaskaida und zwang sie dazu, es unter ihrem Kleid zu tragen. Auch die Steinschleuder samt Munition gab er ihr. Sie steckte beides in ihre Satteltasche. Zuletzt holte er den geborgten Javaryllstein heraus. Er hatte ihn mit Lederbändern umwickelt, damit Kaya ihn am Hals tragen konnte. Er wusste nämlich nicht, was geschehen würde, wenn beide Weltensteine sich berührten. Natürlich schimpfte sie ihn aus, aber nur kurz. Sie zog die Lederschlaufe über den Kopf und stopfte den Stein unter ihr Kleid. Mika warnte sie nochmals, den zweiten Stein nicht zu berühren. Sie versprach es ihm gleich mehrmals und er ließ sie in Ruhe.
Dann nahmen sie die Zügel der Pferde wieder in die Hand und machten sich an den restlichen Aufstieg. Vorbei an fransigen gelblichen Grashalmen, die sich wie Ertrinkende an die Felswand klammerten. Toten knorrigen Sträuchern am Rand, die ohne Leben schienen. Steinbrocken waren auf dem Weg verteilt, meist nur wenige, aber an zwei Stellen konnte man gut erkennen, dass ein Teil der Felswand herausgebrochen und in die Tiefe gestürzt war. Loses Gestein häufte sich wie eine Lache auf dem schmalen Pfad. Vorsichtig mussten sie die Steine beiseite räumen, die Pferde wären sonst bei dem Versuch, die Stelle zu überqueren, in die Tiefe gestürzt. Als sie auf der kleinen halbwegs ebenen Fläche ankamen wurden sie mit einem traumhaften Blick auf das Tal belohnt. Hier, an der höchsten Stelle, konnten sie beides sehen.
Hinter sich das grüne Tal Alcateras. Bäume und Wiesen dicht am Fluss, der jetzt winzig und kurvenreich durch das Land glitt. Graues Gebirgsmassiv an ihrer linken Seite, dessen Spitze in Nebel verhüllt war. Die Grenze war nah, Mika zeigte auf das Wolkenband, das blau und grün bis zum Boden schimmerte und sie von östlicher Seite umgab und sein Arm machte einen großen Bogen.
Zu ihren Füßen gen Norden lag weit und öde die Wüste Lingor. Ein Meer aus Sand. Begrenzt an der rechten Seite noch von den grauen Auswüchsen des Gebirges verlor es sich mit der Zeit in der Unendlichkeit der Weite. Kein Baum, kein Strauch störten dieses Spiel von goldenen Farben und dem Schatten der Dünen.
Und noch etwas lenkte ihren Blick auf das Tal. Schatten, Bewegungen ausgeführt von mehr als einer Person die sich schnell näherten.
„Was ist das?“
„Wohl eher wer ist das?“
Mika schob sich dichter an den Rand der Ebene. So wie es aussah, flüchtete jemand vor mindestens 10 Anderen. Und dieser Jemand versuchte, über ihren Pass zu kommen. Unglücklicher hätte es gar nicht mehr kommen können. Mika sah sich um. Ein knorriger Baum, einige mickrige Findlinge, nicht mal so groß wie Kaya, das war alles. Mehr an Verstecken gab es hier nicht. Und flüchten konnten sie auch nicht. Dann waren ihre Pferde verloren. Und alles andere auch. Sie würden nie nach Tenora kommen ohne Pferde, und auch nicht zurück nach Grindborg.
Die Meute war schon recht nah. Geräusche waren zu hören. Klirren und lautes Knurren. Das Poltern von Steinen die ihren langen Weg in die Tiefe stürzten.
Kaya rutschte unruhig an seiner Seite hin und her.
„Ein Junge, die jagen einen Jungen.“
Mika starrte hinunter. Nur noch wenige Manneslängen unter ihm arbeitete sich ein dunkelhaariger Junge den Berg hinauf. Das gezogene Schwert in der Hand behinderte seinen Aufstieg. Er stürzte viel zu häufig und verringerte immer wieder den Abstand zu seinen Verfolgern.
Die kletterten flink auf allen vier krallenbewährten Tatzen den Pfad hoch. Das struppige und lange Fell hatte die Farbe von schimmeligem Brot. Bläulich grün und es stank zum Himmel. Selbst hier oben konnten sie den muffigen und sauren Gestank riechen, obwohl sie noch lange nicht oben waren. Die Köpfe glichen denen von Ochsen, schwarze breite Nasen mit riesigen Nüstern. Speichel und Dreck klebte ihnen daran. Das Maul breit und weit aufgerissen, so dass die prächtigen Reißzähne in der Sonne blitzten. Vier Doppelhörner, je zwei an jeder Seite des mächtigen Schädels. Diese Dinger trugen keine Kleidung, nur einen breiten Gurt um den Leib. Und sie waren unfassbar schnell. Einer von ihnen war an der Steilwand nach oben gesprungen. Hatte den Vorsprung erreicht, auf dem der Junge gerade entlang rannte. Kaya konnte sehen, dass er seinen Fuß zu packen bekam. Eine geschmeidige Bewegung des Jungen und der Körper sauste in die Tiefe. Wenig später folgte eine Pranke, die immer wieder am Gestein aufschlug.
Kaya wurde übel. Hektisch schob sie sich zurück.
Mika folgte ihr. Er hatte die Steinschleuder herausgeholt, noch bevor Kaya ihr Pferd zurück zum Ziegenpfad ziehen konnte. Entschlossen riss er ihr die Zügel aus der Hand und band ihren Gaul neben seinen an dem einzigen Baum fest.
„Wir können nicht fliehen. Wir müssen sie zurück treiben. Mit der Schleuder schießen wir sie einzeln ab, dann kommen sie gar nicht nach oben.“
Kaya klammerte sich an den Sattel, nackte Angst im Gesicht.
„Ich will hier weg, Mika. Bitte!“
…Wer jetzt Lust bekommen hat,
sollte sich das Buch bestellen. Ich wünsche euch viel Freude damit…
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Bei Bestellungen
schickt den Drachen (einfach anklicken) auf schnellstem Weg zu mir… 
Und auch der zweite Band ist fertig und veröffentlicht. „Das Labyrinth“ führt Mika und Kaya
diesmal in den Norden. Hier eine kurze
Inhaltsangabe des zweiten Bandes…
Durch
ein unglückliches Missgeschick bringt Kaya ganz Geoda in Gefahr. Dem Schwarzmagier Gato
ist es gelungen, Kayas Reisestein zu verfluchen. Wenn
dieser Fluch nicht so schnell wie möglich gebrochen wird, bestünde die Gefahr,
dass die magische Schattengrenze fällt. Jene magische Grenze, die das Innere
des Landes vor dem Feind schützt. Das würde den Untergang für Geoda bedeuten, denn die Königin Jaheira
wartet bereits darauf, das Inland mit ihren Truppen zu überrennen. Und nur, wer
das Labyrinth besiegt, kann den Fluch brechen. Aber schon der Weg dahin wird zu
einer großen Herausforderung.
…Und wer wissen möchte wie es
weitergeht liest einfach hier weiter…

Das Buch kann leider nicht mehr
über den Buchhandel bestellt werden, da der BOD Vertrag ausgelaufen ist. Einige
Exemplare habe ich aber noch auf Lager…
Preis: 15,90 Euro
Leseprobe Band 2…
„Der Meister wartet. Rein mit euch. Wollen doch mal sehen, was ihr hier zu suchen habt.“
Er gab Tom einen kräftigen Stoß und der taumelte nach vorne. Johannes hetzte unaufgefordert hinterher und zog Kaya mit sich.
Einer der Diener, der die Tür offen hielt, eilte voraus und führte sie über Treppen und lange Korridore in ein großes Zimmer. Die schweren Schritte des Hauptmanns im Rücken begleiteten ihren Weg durch das Haus.
Hohe Fenster ließen den Sonnenschein herein. An den Seiten befanden sich hohe Regale mit Schriftrollen und Büchern. Direkt vor dem Fenster stand ein hohes Pult und davor bauten sich in regelmäßigen Abständen einzelne Tische und Stühle auf.
Der Diener führte sie durch eine weitere Tür an der Seite neben dem Pult. Ungeduldig winkte er den Kindern, ihm zu folgen.
Er hielt jetzt und zeigte auf mehrere stoffbezogene Liegen. Winzige weiße Tischchen aus einem fast weißen Stein standen davor, beladen mit einigen Schalen Obst und einer gefüllten Glaskanne. Mehrere Gläser standen davor und durch einen weiteren Eingang gegenüber eilten zwei kleine Mädchen hastig davon.
„Hinsetzen!“, bellte Rano und baute sich vor den Sitzgelegenheiten auf.
Die Kinder drückten sich erschrocken auf eine der Liegen.
Der Diener zog sich lautlos zurück und schloss die Tür hinter sich.
„Warum ist er denn so eklig?“
Kaya hatte es so leise wie möglich gesprochen, doch anscheinend nicht leise genug.
Rano beugte sich vor. Sein Kettenhemd klirrte leise und der Geruch von gefettetem Leder und Schweiß trieb Kaya entgegen.
„Was hast Du gerade gesagt?“
Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, als er Kaya musterte.
Sie wusste genau, dass sie es nicht wiederholen brauchte. Er hatte sie ganz genau verstanden. Aber warum behandelte man sie, als wollten sie die Burg erstürmen und nicht besuchen?
Und der Hauptmann, der wie ein Bär vor ihnen stand, hätte sie lieber im Kerker als hier auf der Liege gesehen. So viel war klar.
Sie war noch nie hier gewesen. Aber viele, die schon in Quintera gewesen waren, einschließlich ihres Freundes Ferren, hatten nur wunderbare Geschichten zu berichten. Eine riesige freundliche Stadt. Etwas unübersichtlich, aber herzensgute Bewohner mit einem Hang zu ausgewählten Speisen. So hatte Ferren es ihr erzählt. Und was fand sie hier vor?
Ein ängstliches Völkchen, das sich hinter einer mächtigen Mauer verkroch und kleine Kinder wie Schwerverbrecher behandelte.
Plötzlich ging die Tür auf. Rano richtete sich wieder zu seiner stattlichen Größe auf. Seine Hand schlug wie aus Versehen auf das Schwert an seiner Seite und im gleichen Augenblick warf er Kaya einen wissenden Blick zu.
Sie hatte verstanden.
Rano verbeugte sich tief vor dem eintretenden Mann.
„Meister.“
„Hauptmann. Wie gut Euch zu sehen.“
Ein rundliches kleines Männchen kam herein. Auf dem Kopf ein zierlicher Haarkranz, der vom grauen ins Weiße überging. Auf einem fast nicht sichtbaren Hals saß ein runder Kopf mit kleinen dunklen Knopfaugen, die suchend über die Kinder hinweg glitten. Über den vollen roten Lippen und einer übergroßen breiten Nase, zeigte sich eine Narbe, in Form eines Halbmondes. Der massige Leib wurde von einer Art Tunika bedeckt, die in der Mitte von einer silbernen Kordel zusammengehalten wurde. Sein Gang kam dem Watscheln einer Ente gleich. Zielsicher bewegte er sich auf Rano zu und drückte ihm fast zärtlich beide Hände, die der Hüne ihm entgegenstreckte.
„Fein. Fein. Dann habt ihr sie also her gebracht. Sehr schön. Sehr schön.“
Watschelnd kam er auf die sitzenden Kinder zu.
„Herr, wir haben sie vor dem Tor aufgegriffen. Ich dachte, es wäre besser, sie hierher zu bringen, bevor sie der Meute in die Hände fallen.“
Rano folgte ihm bis zu den kleinen Tischen.
Abwartend blieb er hinter dem kleinen Mann stehen.
Der wippte leicht auf und ab und musterte die Kinder aufs Neue.
„Aha. Fein. Fein.“
Ein wulstiger Zeigefinger näherte sich Kayas Brust und erschrocken glitt sie rückwärts, bis sie an die Lehne des Sofas stieß.
„Sie hat Angst?“
Der Mann zog die Hand zurück und fixierte Rano mit seinen dunklen Augen.
„Kein Wunder. Der Kerl hat uns hierher geschleppt ohne ein Wort zu sagen. Nur angebrüllt hat er uns. Als hätten wir jemanden umgebracht.“
Auf Toms Gesicht zeigten sich hektische rote Flecken. Wütend zeigte er auf den rothaarigen Mann, der mit unbewegter Miene vor ihnen stand.
„Oh.“
Der kleine Kerl beugte sich leicht vor. Er reichte dem Hauptmann gerade bis zur Brust.
„Hat er das?“
„Ich habe nur getan, was ihr befohlen habt. Bringt jeden Neuankömmling in den inneren Ring, so schnell wie möglich. Das waren eure Worte und so ist es geschehen, Meister Quanto.“
Ranos Stimme war ruhig und gefasst.
„Ja gewiss. Gewiss. So sagte ich. Aber es sind Freunde des Primax, nicht die Verbrecher, die ihr sucht, Hauptmann. Und zudem sind es Kinder.“
„Kinder? Bei dem Mädchen mag es den Anschein haben, aber die beiden dort nicht. Und ob sie die sind, die ihr erwartet, werden wir gleich wissen. Und sollten sie es nicht sein, dann...“
Sein ausgestreckter Finger glitt von Tom zu Johannes.
„Hauptmann. Lasst uns doch erst ein paar Worte mit ihnen reden, bevor ihr ein schreckliches Blutbad anrichtet.“
Quanto kicherte belustigt und schlug Rano freundschaftlich auf den Arm. Der verzog keine Miene.
„Nun denn. Dürfte ich wohl von euch erfahren wer ihr seit und von wo ihr kommt?“
„Nein!“
Kaya war aufgesprungen und Ranos Hand glitt sofort zum Schwertknauf.
„Meister Quanto, wir haben keine Zeit. Unser Freund Mika ist im Haus. Er ist schwer verletzt. Wenn ihr ihm nicht sofort helft, wird er sterben.“
Quanto war einen Schritt zurückgewichen, kam aber umgehend wieder vor und ergriff Kayas Hände.
„Junge Dame. Seid euch gewiss, dass mein erster Gang mich zum jungen Magier trug. Und des Weiteren habe ich mir auch den tobenden Recken angesehen, der versucht hat mich zu beißen.“
Er rieb über seinen Unterarm und ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht.
„Beide schlafen jetzt. Und wenn sie aufwachen wird der Wahn vergangen und die Wunden geschlossen sein.“
„Wirklich?“
Erschöpft ließ sie sich wieder sinken.
Quanto nickte eifrig.
„Aber ihr habt noch immer nicht gesagt, wer ihr seid?“
Er bewegte sich zur nächsten Liege, um sich laut schnaufend darauf nieder zu lassen.
„Ich bin Kaya. Mein Bruder Tom und mein Freund Johannes.“
Kaya zeigte der Reihe nach auf die anderen, die mit kurzem Nicken reagierten.
„Wir kommen aus Grindborg.“
„Wir wollen zum Labyrinth.“
Unterbrach Tom seine Schwester.
Quantos Augen wurden groß.
„Warum wollt ihr so etwas Unsinniges tun?“
Quanto zeigte auf die Glaskaraffe und Rano begann nach und nach die Gläser zu füllen.
„Na, wegen der Javakelche.“
Kaya hatte sich jetzt aufgerichtet.
„Der Javakelche? Was ist denn mit ihnen?“
Tom und Kaya starrten sich entsetzt an.
„Aber das müsst ihr doch wissen?“
Tom beugte sich etwas vor.
Quanto schüttelte irritiert den Kopf.
„Was sollte ich wissen, Kinder?“
„In Grindborg werden alle Männer an die Grenze geschickt, weil die Javakelche versiegen. Primax meinte, das die magische Mauer fallen könnte, die das Inland schützt. Deshalb hat er Boten überall hingeschickt, um die anderen zu warnen und mehr Männer anzufordern. Aber habt ihr denn keine Nachricht erhalten? Sie hätte doch schon vor uns eintreffen müssen?“
Tom konnte sich nicht vorstellen, das Primax so eine riesige Stadt einfach vergessen würde.
„Es ist etwas eingetroffen. Aber keine Nachricht, so wie ihr es uns gerade berichtet habt.“
Rano hatte die Kanne wieder auf den Tisch zurück gestellt und war etwas dichter herangetreten.
Er knurrte leise, wie ein Hund, der kurz davor war sein Opfer anzufallen.
„Gestern Abend kam ein Bote. Aber nicht mit einer Nachricht so wie ihr berichtet. Er verlangte, den Meister zu sehen. Sein Umhang trug das Wappen von Nortenvale. In voller Bewaffnung ließ man ihn in den Saal des Rates, wo der Meister gerade eine wichtige Unterredung führte, mit den dreizehn Ratsmitgliedern. Von denen leben jetzt nur noch sieben.“
Rano stellte sich leise schnaufend neben Quanto.
„Das ist nicht wahr!“, platzte es aus Tom heraus.
„Warum sollte er so etwas tun?“
Rano hob die Hand und Tom schwieg
„Wir haben ihn ebenfalls töten müssen. Ihr versteht sicherlich, das wir zu so einem Schritt gezwungen waren.“
„Aber vielleicht...“
„Warte.“
Ranos Stimme wurde schneidend.
„Als er starb krümmte er sich zusammen. Seine Arme wurden länger und haarige Fortsätze mit messerscharfen Krallen kamen zum Vorschein. Sein Gesicht, ein junger gut aussehender Mann, verwandelte sich vor unseren Augen in eine monströse Fratze. So etwas haben wir noch niemals zuvor gesehen.“
„Aber...“
Rano versteifte sich. Sekunden später hielt er sein Schwert in der Hand und richtete es auf Toms Hals.
Kaya sog panisch die Luft ein.
„Wer gibt uns die Garantie, das ihr die seit, die ihr zu sein vorgebt?“
Sein Flüstern klang bedrohlich.
Tom versuchte langsam die Hand anzuheben.
„Noch ein wenig weiter und ich werde sie euch abschlagen, Junge.“
Bei Bestellungen
schickt den Drachen (einfach anklicken) auf schnellstem Weg zu mir… 
Der dritte Band ist in Arbeit und wird den Titel „ Die
Tochter des Verräters“ tragen…
