Kopfbedeckungen:
Eine Kopfbedeckung gehört zur Kleidung und wird in der Regel immer getragen. Im
13. Jh wird es Sitte, dass nur noch Jungfrauen unbedecktes Haar tragen (Thiel,
112). In Mode sind im ausgehenden 13. Jh v.a. das Gebende, ein um Kinn und Kopf
geschlungenes Band, das oft um die Stirn durch ein weiteres gerades oder in
Falten gelegtes Band ergänzt ist. Das Gebende wird straff angezogen, bisweilen
so fest, dass der Trägerin dadurch das Öffnen des Mundes erschwert wird. Das
Lockern des Gebendes in der Öffentlichkeit gilt als unsittlich. Neben des
Gebendes sind Schleier aller Art beliebt, manchmal in Kombination mit dem
Gebende, manchmal auch ohne. Sie scheinen in der Regel rund oder oval
geschnitten zu sein. Auch Haarnetze werden gerne getragen. Zwei noch beinahe
vollständig erhaltene Haarnetze aus der Zeit um 1300 oder etwas später befinden
sich im Besitz des Düsseldorfer Kunstmuseums, Inv.-Nr. 16870 und 16617. Beide
sind aus Seide hergestellt, das eine (Inv.-Nr. 16870) ist mit 38
Wappenschildchen besetzt (genaueres bei Gross, 91,93, Abb. C 48, 490, C 49,
491). Von jungen Frauen wird gerne auch das Schapel getragen, ein stilisierter
oder auch echter Blumenkranz. Schapel oder auch Kronen können auch mit
Schleiern oder Haarnetzen kombiniert werden.
Abb K1
Abb K2
Abb
K3
Abb K4 Abb K5
Abb K6
Abb K7
Abb K8
Abb
K9
Abb K1: Gebende in Kombination mit einem
am oberen Rand gekräuselten Band (Codex Manesse, 151r, Von Singenberg, Truchsess
zu St. Gallen).
Abb K2: Gebende, gekräuseltes Band und
ein Schleier darüber (Codex Manesse, 271r, Von Buchheim).
Abb K3: Gebende, gekräuseltes Band und ein dunkler Schleier darüber. Die
dunkle Farbe des Schleiers deutet vielleicht daraufhin, dass die dargestellte
Frau eine Geistliche ist (Codex Manesse, 371r, Meister Johannes Hadlaub).
Abb K4: Um den Kopf geschlungener Schleier (Codex Manesse, 194r, Herr
Otto vom Turne, Nachtragsmaler).
Abb K5: Schleier mit verziertem Rand,
über den Ohren in eine Falte gelegt (Codex Manesse, 13r, Markgraf Otto von
Brandenburg).
Abb K6: Schleier, kombiniert mit Schapel (Codex Manesse, 110r, Herr Birkart
von Hohenfels).
Abb K7: Schapel (Codex Manesse, 217r, Die Winsbekin).
Abb K8: Gebende und Krone (Codex
Manesse, 63r, Der von Kürenberg).
Abb K9: Haarnetz in Kombination mit Schapel (397v, Der Dürner,
Nachtragsmaler).
…Quelle… in-nova-corpora …
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